geschichte

 

Das Streben nach internationalen Kontakten und Verbindungen ist in der Polizei nicht neu. Im dienstlichen Bereich, wie auf freundschaftlicher, kollegialer Basis, lagen die Anfänge dieses Strebens in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Verwirklicht werden konnten diese Gedanken aber erst nach diesem Krieg, und so kam es 1923 in Wien zur Gründung von INTERPOL und fast zur gleichen Zeit in Nürnberg zum Zusammenschluss des WELTPOLIZEIBUNDES als politisch und religiös neutrale Vereinigung von Polizeibeamten. Während die dienstlichen INTERPOL-Kontakte erst im Zweiten Weltkrieg abrissen, machte das NS-Regime den internationalen, freundschaftlichen Beziehungen von deutschen Polizeibeamten schon vorher ein Ende, indem es die Zugehörigkeit zu internationalen Verbänden verbot.

Nach Beendigung des letzten Krieges kam es jedoch schon bald zur Neuaufnahme der INTERPOL-Arbeit, womit die Kontakte im dienstlichen Verkehr wiederhergestellt waren und dann ständig verbessert wurden. Trotz gewisser Rückschläge - so der Austritt der Ostblockstaaten - entwickelte sich die internationale polizeiliche Zusammenarbeit intensiver und effektiver zum Nutzen der Allgemeinheit. Sie funktioniert heute weitaus besser, als es ihre Kritiker zugeben wollen. Im außerdienstlichen Verkehr war der Anfang weitaus schwieriger. Der englische Polizeisergeant Arthur Troop hatte nach dem Zweiten Weltkrieg einen Briefwechsel mit Berufskollegen aus Skandinavien und Afrika begonnen, der den beruflichen Erfahrungsaustausch zum Ziele hatte. 1949 veröffentlichte er in der britischen Polizeizeitschrift "Police Review" einen Artikel, in dem er die von ihm beabsichtigten und teilweise schon verwirklichten internationalen Freundschaftsbeziehungen erörterte. Das Echo hierauf führte schließlich am 1. Januar 1950 zur Gründung der INTERNATIONAL POLICE ASSOCIATION (IPA) in England, eben zu unserer heutigen IPA. Die ausschließlich humanitären und ethischen Zwecken dienenden Ziele der Vereinigung erschienen manchem Polizeibeamten zunächst utopisch, dies insbesondere unter Berücksichtigung der schweren Lebensverhältnisse der Nachkriegsjahre. Dennoch fanden sich bald mehrere hundert Mitglieder in England zusammen, die als Leitmotiv in Esperanto "SERVO PER AMIKECO", zu Deutsch: "DIENEN DURCH FREUNDSCHAFT“, wählten.

Ihre durch Reisen und Briefwechsel angebahnten Kontakte blieben nicht ohne Auswirkungen und so begannen auch in anderen Ländern erste Aktivitäten der IPA. Im Januar 1953 kam es zur Gründung der niederländischen Sektion, Belgien folgte einen Monat später und Frankreich zog noch im Herbst des gleichen Jahres nach. 1954 konstituierten sich die Sektionen Norwegen und Schweiz. 1955 im Februar war schließlich die Gründung der IPA Deutsche Sektion unter den Herren Dr. Mommsen und Herbert Kalicinski vom damaligen Polizei-Institut Hiltrup.

Von hier aus begann dann eine Entwicklung, die zunächst zur Gründung von 11 Landesgruppen in Deutschland - entsprechend der Zahl der Bundesländer - und schließlich dazu führte, dass die IPA in der BRD derzeit mit 16 Landesgruppen mit annähernd 60.000 Mitgliedern die weitaus stärkste nationale IPA-Sektion ist. Der internationale Mitgliederbestand ist in all den Jahren auf über 280 000 gestiegen und 66 nationale Sektionen gehören mittlerweile der IPA an.

Die jahrelange Isolation von jeglichen Auslandsbeziehungen sowie die Erkenntnis, dass Völkerentfremdung furchtbare Folgen hat, haben der IPA aus der bayerischen Polizeibeamtenschaft relativ rasch einen starken Mitgliederzulauf beschert, der ausschlaggebend war für die Errichtung von IPA-Verbindungsstellen durch die "Landesgruppe Bayern", um die Mitgliederbetreuung sorgfältiger und optimaler durchfuhren zu können. Das Netz dieser Verbindungsstellen ständig engmaschiger zu gestalten, ist Aufgabe der Landesgruppe, wozu sie der Mithilfe ihrer bereits bestehenden Verbindungsstellen bedarf. Derzeit gibt es in Bayern 30 IPA-Verbindungsstellen mit über 10.000 Mitgliedern.

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